01.01.2017

Das Schloss als Geopunkt im Geopark Westerwald-Lahn-Taunus

Vor etwa 25 Millionen Jahren, in der geologischen Epoche des Tertiärs, war unsere Heimat ein aktives Vulkangebiet. Zu dieser Zeit entstand durch zahlreiche Eruptionen z.B. der Vogelsberg als größtes zusammenhängendes Vulkangebiet Europas. Entlang der Lahn gab es verschiedene Einzeldurchbrüche basaltischer Vulkane, die heute landschaftsprägend sind. Dazu gehören unter anderem der Gleiberg, der Vetzberg und auch der Braunfelser Schlossberg. Auf diesen Basaltkuppen errichtete man gern Burgen, die besonders schwer einzunehmen waren. So war es auch mit der Braunfelser Burg, deren » Ursprünge ins Hochmittelalter zurückreichen.

Wie damals erhebt sich das heutige Schloss weithin sichtbar auf einem 280 m hohen Basaltkegel, ca. 4 km südlich der Lahn. Seine jetzige Gestalt verdankt es einer Jahrhunderte währenden » Bautätigkeit.
Die hier verwendeten Baumaterialien geben Auskunft über die Gesteine unserer Region. So kam der vor Ort vorhandene Basalt ebenso zum Einsatz wie die in der Region vorkommenden Kalksteine, Schalsteine (Diabastuffe) und auch der blaugraue Dachschiefer.

Foto © Fürstl. Rentkammer, Braunfels


Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang auch die bergbauliche Tradition des Hauses Solms-Braunfels. Über Jahrhunderte hinweg wurde von der Fürstlichen Bergbauverwaltung das in der Region vorkommende Eisenerz (zum Kupfererz sh. » Kupfererzbergbau im Altkreis Wetzlar) in zahlreichen Bergwerken gewonnen, unter anderem auch auf der Grube Fortuna bei Oberbiel. Auch die Verhüttung des Eisenerzes erfolgte in eigenen Hochöfen: bis ca. 1860 im Holzkohlehochofen der Oberndorfer Hütte und anschließend im Kokskohlehochofen der neuerrichteten Georgshütte in Burgsolms.

Nicht zuletzt die Erlöse aus dem Bergbau und dem erschmolzenen Eisen ermöglichten es Fürst Georg, den letzten Um- und Ausbau des Braunfelser Schlosses ab 1880 zu finanzieren. 1906 erfolgte der Verkauf der Bergwerke an die Fa. Krupp aus Essen.

Seit dem 7. Juli 2016 ist das Schloss offiziell Geopunkt im Netzwerk des » Geoparks Westerwald-Lahn-Taunus. Am 14. Sept. ab 15 Uhr werden im Rahmen einer Geoführung Gründe und Hintergründe näher erläutert – sehr empfehlenswert nicht nur für Geologen:-).