Ohne Führung und ganz nach eigenem Gusto und Interesse kann man im Familienmuseum die außergewöhnliche Privatsammlung der Grafen und Fürsten zu Solms-Braunfels besichtigen.
Lanzen und Hellebarden, Duellpistolen, Bajonette, Prunkgewehre und die Jagdausrüstung des Fürsten Ferdinand (1797-1873) sind hier ebenso zu sehen wie Hörner und "Kesselpauken" aus der fürstlichen Musikkapelle von 1800 oder die Mützen und Patronentaschen der Schlosswache, die noch Anfang des letzten Jahrhunderts ihren Dienst tat.
Im Familienmuseum findet man auch den Fürstenbrief, mit dem Kaiser Karl VII. den Grafen Friedrich Wilhelm zu Solms-Braunfels 1742 in den Fürstenstand erhob. Die Uniform des Grafen Heinrich Trajektin (1638-1693), die er in seiner letzten Schlacht trug, und die Urkunde, die ihn 1690 zum Oberbefehlshaber der britischen Truppen in Irland ernannte, sind hier ebenfalls zu sehen.
Solmser Münzen und solche aus dem Kaiserreich erinnern an die weitreichenden Familienbeziehungen des Hauses sowie den regionalen und lokalen Handel. Auch eine Sammlung böhmischen Kunstglases aus dem 19. Jahrhundert und die Geschenke anderer Fürstenhäuser, so etwa das des Sultans von Johore (heute Malaysia) anlässlich der Geburt des Erbprinzen Georg Friedrich zu Solms-Braunfels im Jahre 1890, zeugen von Beziehungen und Freundschaften über die Kontinente hinweg.
Kleider von Fürstinnen und Prinzessinnen aus der Barock- und Rokokozeit sowie filigraner Schmuck aus dem 19. Jahrhundert gewähren einen Einblick in die modischen Vorlieben der weiblichen Familienmitglieder.
Außerdem im Familienmuseum: barocke Ofenplatten aus den Solmser Eisenhütten, vorgeschichtliche Funde, die bereits um 1815 unter der Regierung des Fürsten Wilhelm ausgegraben wurden, sowie eine Ordenssammlung mit den Auszeichnungen, die Mitgliedern des Hauses im 19. und 20. Jahrhundert verliehen wurden.

